Nun aber schnell – 0der bystro
Ein kleines Wort hat sich schon längst in Moskau und Paris und dazwischen etabliert. Seine Ausbreitung schreibt man dem napoleonischen Angriffskrieg im Jahre 1812 auf Russland zu, wo die Grande Armee im Juni 1812 mit etwa 600 000 Mann in (das verlassene) Moskau einrückte und im Oktober des gleichen Jahres mangels Feind wieder abrückte, weil russische Kriegslist eine Dezimierung seiner Truppen nicht zuließ. Schlagwörter wie Borodino oder Beresina (es gibt eine Brot, das heute noch „Borodinski“ heißt), weisen auf historische geografische Örtlichkeiten hin, an denen der Eindringling schließlich mit nur noch 23 000 völlig entkräfteten Soldaten (die kaum noch die Bezeichnung verdienten) das westliche Ufer der Beresina erreichten (das beschreibt Clausewitz).
Im Zuge deren Verfolgung erreichten die russischen Truppen schließlich Paris. Und dort schreibt die Legende die Etablierung des russischen Wortes „bystro“ in Frankreich zu.
Den russischen Soldaten soll die Darbietung von Speisen und vor allem Getränken nicht schnell genug gegangen sein, so dass sie „bystro, bystro“ riefen. Geschäftstüchtige Gastwirte brachten dann als Zeichen, dass es hier schnell ging, an ihren Bewirtungseinrichtungen das Schild „Bistro“ an. Und so soll das Wort nach Westeuropa gekommen sein. Und wenn es nicht stimmt, so ist es doch gut erzählt.
Aber einen Kern muss die Sache doch haben, denn Mitte der 80er Jahre erreichte die Geschwindigkeit der Bedienung zum Beispiel in Moskau und Leningrad wieder das Tempo des vor-napoleonischen Zeitalters.
Doch jetzt hat sich die Geschichte selbst überholt, so dass nicht nur die Franzosen beeindruckt sind (w.k.)
