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Der 1. September eines jeden Jahres wird seit dem Ende des Zweiten Weltkrieges als „Weltfriedenstag“ begangen (in anderen Gegenden als „Antikriegstag“). In jedem Fall gilt der Tag dem Beginn des durch Deutschland vom Zaun gebrochenen Zweiten Weltkrieges.

Und damit dieser Tag auch eine richtige „Begründung“ erfuhr, ließen die deutschen Faschisten 1939 polnische Insassen eines  Konzentrationslagers in Uniformen polnischer Soldaten stecken, sie zum deutschen Sender Gleiwitz karren, um dort ordentlich zu randalieren und sich polnisch-nationalistisch vor offenem Mikrofon zu gebärden und einen polnischen „Aufstand“ auszurufen.

Einen dieser unter Drogen gesetzten Statisten gab man ein Gewehr in die Hand und erschoss ihn am Gebäudeeingang. Nach dieser Inszenierung war klar, dass Deutschland sich der Polen und ihrer aggressiven Absichten erwehren musste und deshalb erklärte der „Führer“ im zusammengeschalteten Reichsrundfunk, „um fünf Uhr fünfundvierzig wird zurück geschossen.“

Die Schießerei endete in Europa nach 65 Millionen Toten am 8. Mai 1945. 

Ein Menschenalter später waren die Lehren daraus vergessen gemacht worden und das Drehbuch erhielt eine neue Auflage.

So neu war sie nicht, die nie erloschene Asche war mit den Jahren neu angefacht, so dass die alten Flammen wieder loderten.

Ein Spitzenkandidat für das Berliner Abgeordnetenhaus, und nicht nur der, sprach von einer „mutmaßlichen Spionage“ , weshalb das Russische Haus den Ukrainern übergeben werden müsse.

Und die Grünen, die schon den Flecktarn übergezogen hatten, priesen die Schließung des Hauses als „gute Nachricht für die Stadt der Freiheit“ , Freiheit, die sie meinten, wenn nicht gar die Freiheitsglocke aus Schöneberg dazu klingelte, denn sie war im Kalten Krieg gegossen worden.

Mutmaßliche Spionage? Ein Stück Holz-Metall-Konstruktion, immer wieder gern im Fernsehen gezeigt, aber nur eben aus der Ferne, niemals nahe. Eben mutmaßlich, das zu einem „Drohnenangriff“ auf den Leipziger Flughhafen herhalten musste: Der kühne Busfahrer, der das Ding nach stundelangem Irrflug im Hochsicherheitsteil des militärischen Areals mit der Hand auffing, „Europa“ vor einer Katastrophe rettete, dabei aber superbescheiden blieb, was man Ostdeutschen „wohl“ gemeinhin nachsagte, dass nicht mal ein verwackeltes Bildchen die interessierte Öffentlichkeit erreichte.

Verschiedene Nationalitäten mit verschiedenen Pässen brachten die verschiedenen Nachrichtenportale dann noch auf den Tisch des geschätzten Konsumenten, bis es denen und den Erzeugern wohl reichte und der Weltfriedenstag willkommene Gelegenheit bot, damit der deutsche Dirigent den Taktik-Stock hob, auf dass das „europäische“ Orchester mit Pauken und Trompeten das infernalische Stück zur Aufführung androhten.

Schon dabei ging ein Gebäude zu Bruch, das vor gut einem halben Jahrhundert als Zentrum für Völkerfreundschaft in einer damaligen „Stadt des Friedens“ eingeweiht worden war. 

Die Stadt verliert ein Symbol, das im Geiste dieser Zeit nur ein Zentrum der Spionage und ein Gegenstand für Russophobie sein kann. Andere Möglichkeiten als Kriegstüchtigkeit sieht diese Gesellschaftsordnung offenbar nicht vor, wenn man mal vom Grundgesetz für die Bundesrepublik Deutschland absieht, das aber auch nicht Krethi und Plethi dauernd unterm Arm tragen dürfen.

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