Position
Der Vorstand der Gesellschaft für Deutsch-Russische Freundschaft hat die Mittteilung über die angekündigte Kündigung des Abkommens über das Russische Haus in Berlin mit Befremden und Unverständnis aufgenommen.
Unter Hinweis auf mehrere, sich in der „Entdeckung“ widersprechende „Drohnenfunde“ auf dem Flughafen Leipzig, flankierend mit der „Entdeckung“ eines (aus zwei Pistolen bestehenden) „Waffenlagers“ im Umkreis Berlins nahm die Regierung der Bundesrepublik Deutschland dies zum Anlass, das Abkommen über das Russische Haus in Berlin zu kündigen zu wollen.
Das ist der Höhepunkt einer seit längerer Zeit in den Medien der Bundesrepublik Deutschland geführten Kampagne gegen die seit Jahrzehnten existierende, auf der Vereinbarung von Bundesrepublik und Russischer Föderation beruhende Institution zur Vermittlung von Kunst, Kultur, Wissenschaft, Bildung und Sprache und Ort von Begegnung der Völker Russlands und Deutschlands. Davon hat auch unsere Gesellschaft profitiert, indem sie im Geist der Völkerverständigung das Angebot nutzte.
Wenn diese Möglichkeit nun zum Opfer einer ausnahmslos und ausufernden Scharfmacherei im Geiste der Kriegstüchtigkeit verwendet wird, kann sie in die Nähe der vor dem zweiten Weltkrieg geführten Propaganda der Volksverhetzung in Sinne des „Angriffs auf den Sender Gleiwitz“ gestellt werden, nach dem dann „zurückgeschossen“ wurde.
Den propagandistischen Anfängen wollen wir uns wehren, weil wir nicht vergessen haben, welches Ende sie nahmen.
Vorstand der GDRF
Rückschlag für russisch-deutsche Völkerverständigung
Die vom deutschen Außenminister angekündigte Schließung des Russischen Hauses in Berlin und die im Gegenzug vom russischen Außenminister angekündigte Schließung der Goethe-Institute in Moskau, Sankt Petersburg und Nowosibirsk beenden den staatlich organisierten Versuch einer Völkerverständigung via Kulturaustausch.
Gastbeitrag von Thomas Tews
Das an der Berliner Friedrichstraße gelegene Russische Haus, dessen Schließung die Bundesregierung jüngst ankündigte, war am 5. Juli 1984 als „Haus der Sowjetischen Wissenschaft und Kultur“ eröffnet und nach dem Zusammenbruch der UdSSR Anfang der 1990er Jahre in „Russisches Haus der Wissenschaft und Kultur“ umbenannt worden.
Am 4. Februar 2011 unterzeichneten in München der damalige Außenminister der Bundesrepublik Deutschland, Guido Westerwelle, sowie der damalige und heutige Außenminister der Russischen Föderation, Sergej Lawrow, ein Abkommen „über die Tätigkeit von Kultur- und Informationszentren“ – namentlich des Russischen Hauses der Wissenschaft und Kultur in Berlin sowie der Goethe-Institute in Moskau, Sankt Petersburg und Nowosibirsk. Dieses am 7. Juni 2012 in Kraft getretene Abkommen wurde „eingedenk der Bedeutung des Kulturaustausches für die Verständigung unter den Völkern“ geschlossen, wie es in seiner Einleitung heißt.
15 Jahre später, am 1. September 2026, kündigte Westerwelles fünfter Nachfolger im Amt, Außenminister Johann Wadephul, das deutsch-russische Regierungsabkommen auf einer gemeinsamen Pressekonferenz mit Bundesinnenminister Alexander Dobrindt. Auf dieser bezeichnete Wadephul „Russland als Urheber des hybriden Angriffs von Leipzig“ – gemeint war der versuchte Drohnenanschlag auf dem Flughafen Leipzig/Halle vom 5. August 2026 – und verkündete als Konsequenz die Inkraftsetzung mehrerer „Maßnahmen gegen Russland“. Eine dieser von Wadephul „in Absprache mit dem Bundeskanzler“ angeordneten Maßnahmen lautet: „Der Vertrag über das russische Haus in Berlin wird gekündigt.“
Zeitgleich zur Pressekonferenz wurde der Botschafter der Russischen Föderation in der Bundesrepublik Deutschland, Sergej Netschajew, in das Auswärtige Amt einbestellt. Netschajew bezeichnete in einem anschließend von der Botschaft der Russischen Föderation veröffentlichten Kommentar die von deutscher Seite angekündigten Maßnahmen als „eine beispiellose Eskalation in den russisch-deutschen Beziehungen“ und warf den deutschen Behörden einen „Kurs der systematischen Zerstörung des einst tragfähigen Fundaments der russisch-deutschen Zusammenarbeit“ vor.
Auch der Vorstand der Gesellschaft für Deutsch-Russische Freundschaft (GDRF) äußerte in einer Stellungnahme „Befremden und Unverständnis“ ob der angekündigten Schließung des Russischen Hauses in Berlin.
Zwei Tage nach dem Beschluss der Bundesregierung, das Russische Haus in Berlin zu schließen, äußerte sich dazu der russische Außenminister Sergej Lawrow am Rande des 11. Östlichen Wirtschaftsforums in Wladiwostok. Er bezeichnete das Russische Haus in Berlin als „Kulturzentrum, das lange Zeit ein Symbol unserer Beziehungen zum Nachkriegsdeutschland war“, und kündigte an, „dass die Standorte des Goethe-Institutes in Moskau, Sankt Petersburg und Nowosibirsk selbstverständlich geschlossen werden, nachdem unser Kulturzentrum vertrieben worden ist.“ In Richtung der deutschen Behörden fügte er hinzu: „Sie konnten nicht umhin, dies zu verstehen, und gingen daher bewusst einen Schritt, der eindeutig das Ende ihrer kulturellen Präsenz in der Russischen Föderation bedeutet – einer Präsenz, die trotz des Ukraine-Konfliktes erhalten geblieben war.“

Es hat mich sehr gefreut zu erfahren, dass GDRF auch weiterhin existiert. Auch die Kommentare zur Schließung des Russischen Hauses waren tröstlich für mich. Ich habe das Haus öfters besucht, wenn ich in Berlin war, die Bücher in russischen Sprache gekauft und die Atmosphäre des Hauses genossen.
Danke für Ihren Artikel und Ihre klaren Worte. Es ist beschämend, was die deutsche Regierung tut.
Welche Missachtung gegenüber der Geschichte! Jedliche Dankbarkeit, Demut und Wertschätzung dieser Freundschaft und Völkerverständigung soll gebrochen und verbannt werden.
Es schmerzt so sehr!
Eine Dämonisierung ist keine Politik.
Auch ich möchte meinen Antrag auf Mitgliedschaft in der DRF stellen.
Ich wende mich entschieden gegen die dumme, geschichtsvergessene, zerstörende Politik der deutschen Regierung gegenüber Rußland und verurteile entschieden die Schließung des Russischen Hauses in Berlin. Ich war dabei, als 1984 das damalige Haus der sowjetischen Wissenschaft und Kultur eröffnet wurde. Seitdem habe ich unzählige, unvergessene schöne Erlebnisse und Begegnungen in dieser Stätte der Völkerverständigung gehabt für die ich dankbar bin.
Ich bedanke mich beim Vorstand der GDRF für die klaren Worte und die Stellungnahme. In einer Medienlandschaft, die nur noch von Verzerrungen beherrscht wird, ist jede begründete Aussage, die auf dem Boden der Tatsachen bleibt, von großer Wichtigkeit. Es ist tragisch, dass das Kultur- und Geistesleben scheinbar als eines der ersten und wichtigsten Angriffsziele „geopfert“ werden muss.
Unser Land, das in Russland und anderen Staaten als „Land der Dichter und Denker“ noch empfunden wird, geht immer mehr in Richtung zum „Land der Richter und Henker“…
Ich schäme mich für die jetzige Politik dieser herrschenden Klasse.
Willy Brandt war noch ein realitäts -handelnder Politiker und konnte durch die neue Politik das Vertrauen nach dem Krieg wieder herstellen.
Deshalb:
Verhandlungen,Frieden und Freundschaft mit Russland ist das Gebot um den Krieg der von der EU provoziert wird, rechtzeitig zu verhindern.
Die Äußerungen und Handlungsweisen der deutschen Bundesregierung sind unwürdig, beschämend, dilettantisch und zeugen von unfassbarer Dummheit und Unbildung. Ich bedauere die Schließung zutiefst und nur hoffen, dass unsere persönlichen deutsch-russischen Freundschaften uns durch diese schwierige Zeit tragen, bis eine neue und klügere Generation von politischen Entscheidungsträgern den entstandenen Schaden wieder reparieren kann.
Ich möchte mich für die beschämende Politik der amtierenden Politiker entschuldigen.
In wenigen Jahren wird eine Freundschaft zerbrochen, die unsere Völker so lange schon verbindet.
Eine Feindschaft zwischen beider Völker darf nicht passieren.
Lasst uns diese schwierige Zeit gemeinsam durchstehen und gegen Krieg und Hass sein.
Freundschaft zwischen den Völker.
Ich schließe mich den Damen im Wesentlichen an.
Was die Leipziger Drohnen angeht, liegen lediglich Indizien vor, die sich vielfältig interpretieren lassen. Außerdem ist die Dauerbeschimpfung Russlands unproduktiv; sehr freundlich ausgedrückt.
Es ist so beschämend !
Ich hoffe, mein Aufnahmeantrag in die DRF kann bearbeitet werden.
Die Parallelen zur Zeit vor dem 2. Weltkrieg sind erschreckend.
Carmen König.
So viel Geschichtsvergessenheit! So viel Hass von der Deutschen Regierung! Es ist beschämend!
Was für ein 1. September – der Weltfriedenstag
Die Nachricht, von der Schließung des Russischen Hauses in Berlin und des wichtigen Russischen Generalkonsulats in Bonn, sind auch die „modernen“ Waffen gegen die Menschlichkeit und seine Bevölkerung in Deutschland!
Unser Protest gegen diese Entscheidungen wird mit allen friedlichen Mitteln geführt!
Regionalgruppe Bayern – Nürnberg