„Warum wir Frieden und Freundschaft mit Russland wollen”

Die „Berliner Freunde der Völker Russlands” würdigen den 8. Mai zusammen mit dem

9. Mai als „Tag der Befreiung von Faschismus” und als „Tag des Sieges der Sowjetunion

im Großen Vaterländischen Krieg”.

Es waren die Millionen Menschen und die über 200 großen und kleinen Völker der Sowjetunion, die sich und ihr Land vor Unterwerfung, Versklavung und Vernichtung bewahrten und retteten. Sie erbrachten immense Leistungen und Opfer zur Niederringung Hitlerdeutschlands und seiner Verbündeten, zur Rettung der Weltzivilisation vor dem Faschismus und seiner Barbarei.

27 Millionen Sowjetbürger ließen dafür ihr Leben. Die Rote Armee erkämpfte und erzwang im Bündnis mit ihren Allierten und starken Volksbewegungen in mehreren okkupierten Ländern die Niederlage und bedingungslose Kapitulation Hitlerdeutschlands und das Ende des Zweiten Weltkrieges in Europa und später in Asien.

Das bedeutete Befreiung aus faschistischer, mörderischer Unterdrückung und öffnete den Weg zum Neubeginn, der in Ost und West sehr unterschiedlich beschritten wurde.

Während im Osten, in der DDR, der 8. Mai als „Tag der Befreiung vom Faschismus” im Gedenken an die Befreier dankbar und festlich begangen wurde, verdeutlichte in der Bundesrepublik Deutschland deren Präsident Richard von Weizsäcker erst 40 Jahre nach Kriegsende 1985 seinen Landsleuten: „Der 8. Mai war ein Tag der Befreiung. Er hat uns alle befreit von dem menschenverachtenden System der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft.”

Wir setzen uns dafür ein, dass der 8. Mai zum gesetzlichen nationalen Feier— und Gedenktag der Befreiung vom Faschismus, von nationalsozialistischer Gewaltherrschaft erhoben wird.

Der 75. Jahrestag des Sieges und der Befreiung ist für die „Berliner Freunde der Völker Russlands” Anlass zur Erinnerung und zur Besinnung auf die Lehren des Krieges.

Wir erfassen dieses Jubiläum als deutliche und dringliche Mahnung zu Frieden und Menschlichkeit in einer Welt, in der Kriege geführt werden und weitere drohen, Terrorismus die Menschen in Schrecken versetzt und menschliche Not‚ menschliches Elend weltweit in Erscheinung treten.

Wir verurteilen alle faschistischen Gräueltaten der Vergangenheit und wenden uns entschieden gegen Neofaschismus, Antisemitismus und Terrorismus jeder Art in der Gegenwart.

Für die „Berliner Freunde der Völker Russlands” ergibt sich als Mahnung des Krieges, es nie wieder zu einer deutsch—russischen Konfrontation und kriegerischen Auseinandersetzung kommen zu lassen.

Wir sehen mit großer Besorgnis, dass antirussische Ressentiments und Russophobie in der deutschen Gesellschaft wieder aufleben und geschürt werden. Das darf nicht sein gegenüber einem Volk, das den Deutschen die Befreiung vom Faschismus brachte und ein friedliches Leben ermöglichte.

Wir lehnen entschieden die staatlichen Sanktionen ab, die gegen Russland verhängt wurden. Sie verschärfen Spannungen, schaden der russischen und deutschen Wirtschaft, dem russischen und deutschen Volk.

Wir wenden uns energisch gegen die Planung und Durchführung groß angelegter

NATO—Militärmanöver mit maßgeblicher Beteiligung der Bundeswehr an den Grenzen Russlands, die trotz der Absage von „Defender Europe 2020” nicht aus der Welt sind.

Russland werden Angriffsabsichten auf NATO—Gebiet unterstellt, die „abgeschreckt” werden sollen. Das ist Verleumdung und eine Provokation angesiqhts des 75. Jahrestages des Endes des Zweiten Weltkrieges in Europa und der Befreiung Deutschlands vom Faschismus.

Russland wird sich aus der geschichtlichen Erfahrung des Großen Vaterländischen Krieges heraus dem zu Recht mit aller Kraft widersetzen.

Wir sind und bleiben Russland und seinen Menschen mit Verständnis freundschaftlich

verbunden.

Wir treten ein für ein friedliches, kooperatives und freundschaftliches Verhältnis zwischen Deutschland und Russland. Die „Berliner Freunde der Völker Russlands” werden entsprechend ihren Möglichkeiten an einer würdigen Gestaltung des Jubiläums mitwirken.

Berlin, den 25. März 2020 Der Vorstand

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