Am 13. Juni 2026 führten wir unser 2. Verbandstreffen im Russischen Haus der Kultur und Wissenschaften durch.
Unser Verbandstreffen, so haben wir es im Ergebnis der Auswertung des ersten Treffens definiert, soll den Mitgliedern und der Öffentlichkeit die Entwicklung des Vereins darstellen, ein gegenseitiges Kennenlernen ermöglichen und die vorhandenen Kooperationen sichtbar und nutzbar für alle machen.
In diesem Jahr sorgte die Musikschule des Russischen Hauses für den kulturellen Rahmen. Die Beiträge der Kinder und Jugendlichen wurden mit Begeisterung aufgenommen. Spontan entstand die Idee, einer eigenen Kulturveranstaltung ausschließlich durch die Musikschule zu gestallten.. Wir werden das aufgreifen.
Das Café des Russischen Hauses Sorte mit russischen Speisen für das Wohl der Teilnehmer. Herzlichen Dank.
Zu Wort kamen die Vertreter der Regionen, die im letzten Jahr begonnen haben Gruppen aufzubauen , mit dem Ziel, die Freundschaftsarbeit in allen Teilen des Landes praktisch umzusetzen.
Die Aktivitäten sind sehr unterschiedlich. Es gab Gedenkveranstaltungen, Vorträge und Filmpräsentationen über die wir im Einzelnen schon berichtet haben. Wichtig war es zu erfahren, wie der Aufbau einer Gruppe ganz praktisch von statten geht und welche konkreten Schritte unternommen wurden.
Im Vorstand hat sch sich darauf verständigt, den Regionalgruppen auf der Grundlage ihrer Mitglieder ein finanzielles Budget für die jährliche Arbeit zur Verfügung zu stellen. Neben den Vereinsvertretern aus den unterschiedlichen Regionen der Bundesrepublik waren auch mehrere Kooperationspartner anwesend – so auch unser Verein DRFT mit sechs Mitgliedern. Begrüßt wurden die Teilnehmer vom Vorstand: von Lothar Schlüter und Torsten Rexin. Auch ein Vertreter der russischen Botschaft sprach zu den Teilnehmern der Veranstaltung.
Durch W. Müller, Vorsitzender der Deutsch-Russischen Friedenstage in Bremen, wurde der Vorschlag eingebracht, einen digitale Austauschplattform durch die Gesellschaft in Berlin einzurichten. Hier sollen Potentiale für alle Mitglieder nutzbar gemacht werden.
Unsere Kooperationspartner aus Kiel berichteten über Ihre Vorstellungen zur Zusammenarbeit und über die Umbenennung im Verein. „Freundschaft West- Ost in Kiel“
Steffen S. von den „Deutsch-Russischen Festtage e. V.“ berichtet über die Aktivitäten und deren Entwicklung . Wie sehen ein gutes Potential für Kooperationen mit Blick auf die Durchführung von Veranstaltungen.
Aus der Begrüßung des Vorstandes:
Wenn die Aussage zutrifft, und sie tut es, dass wir Menschen gesellschaftliche Wesen sind, dann sind wir Mitglieder der Gesellschaft für deutsch-russische Freundschaft es in hohem Maße. Und zwar nicht, weil wir uns etwas Besseres dünken, sondern weil wir mit unserer Mitgliedschaft im Verband eine hohe Verantwortung und Verpflichtung haben, in dieser real existierenden Umgebung der Forderung des Grundgesetzes nachzukommen, „der Freiheit nach innen und dem Frieden nach außen zu dienen“. Diese Forderung, die eine Aufforderung ist, hat in unseren Tagen einen schweren Stand. Bereits bei der Verabschiedung des Grundgesetzes für die Bundesrepublik Deutschland bemerkte der Vorsitzende der KPD, Max Reimann, dass seine Partei diesem Dokument nicht zustimmt, es aber der Tag kommen werde, an dem sie es verteidigen müsse. Dieser Tag ist längst gekommen.
Freiheit nach innen: Denken wir an die staatlichen Auflagen, wenn es gilt, an den Stätten des Gedenkens auch nur ein Stück von Symbolen der sowjetischen Siegermacht zu zeigen oder nur in der Tasche zu tragen, ein Lied zu singen, ein Abzeichen zu tragen. So wurde kürzlich behauptet, ein massenhaftes Zeigen von roten Fahnen könne die Gesellschaft beunruhigen. Die Beunruhigung der Gesellschaft kommt aber vielmehr aus der Flut der russophoben Propaganda, dem Kriegsgeschrei in der Öffentlichkeit und der intensiven Vorbereitung der Jugend auf einen dritten Kreuzzug in die Richtung, aus der man sich schon zwei Mal überzeugen konnte, dass es der falsche, weil tödliche Weg ist.
Frieden nach außen: Er ist im Verhältnis zur Forderung des Grundgesetzes in höchstem Maße bedroht. Die Forderung nach Frieden trifft in dieser manipulierten Gesellschaft auf Unverständnis, ja Ablehnung. Der öffentliche Raum wird von Überlegungen zur Kriegsführung beherrscht und der Zeitpunkt herbei halluziniert, wann Russland uns überfallen wird. Die Gehirne werden mit diesen abstrusen Spinnereien gefüllt, die ahistorisch und tödlich sind, wenn sie das Handeln der Menschen bestimmen sollten.
Im Hier und Heute setzen wir uns für freundschaftliche Beziehungen zu Russland ein und tragen konkret durch Besuche des Landes durch Schüler und Studenten, Sprachunterricht und mannigfaltige Aktivität zum Kennenlernen des Landes bei. Hier müsste ich sagen dürfen, dass ein Austausch stattfindet, bei dem beidseitig normale, friedliche Beziehungen begründet und gepflegt werden, so wie es die Schlussakte von Helsinki empfahl und der Westen so viel Wert auf Kontakte in den Osten legte.
Die Akte ist geschlossen und die Welt hat sich verändert. Unter anderen Umständen und Bedingungen muss der Gedanke der Völkerverständigung im Geiste des Friedens gelebt werden.
In dem vor knapp 80 Jahren entstandenen „Weltjugendlied“ hieß es: „Schmerzhaft brennen die Wunden, nun der Hass neuen Brand schon entfacht. Denn wir haben empfunden: Bittres Leid hat der Krieg uns gebracht“. Manchmal lohnt es sich, die aktuelle Wahrheit aus den Texten zu entnehmen, die unsere Eltern und Großeltern kannten. Denn die Bedrohung unserer menschlichen Existenz durch Krieg, Elend, Hunger und Umweltschäden ist gegenwärtig.
Die Jugend Europas, eines Erdteils, der vom Atlantik bis zum Ural reicht und nicht aufgeteilt in „Europa“ und „Russland“ werden darf, was die westlichen Massenmedien gern und mit Absicht tun, um zu suggerieren, dass Russland nicht zu Europa gehöre. Leider wird diese Pseudo-Aufteilung auch von russischen Medien übernommen, so dass es in Moskau heißt „Wir und die Europäer.“ Dieser nur sprachlich daher kommende Lapsus trägt den Spaltpilz in sich, nämlich „teile und herrsche“.
Es gibt keine einfach erscheinenden Lösungen, wie sie in der Vergangenheit oft geschildert wurden. Aus der Sowjetunion wurden einzelne Staaten, die verschiedene Wege in die Zukunft nahmen und noch heute danach suchen. Und es ist nicht unsere Aufgabe, ihre Außen- und Innenpolitik einer Bewertung zu unterziehen oder gar, sie zu belehren, obwohl die Versuchung mitunter groß ist und wir Deutsche und als Lehrmeister der Welt sehr wohlfühlen. Aber ich glaube, mit Recht feststellen zu können, dass unser Verband dieser Gefahr nicht unterliegt. -5‘-
Die Stärkung unseres Verbandes durch neue Mitglieder, die bis auf den heutigen Tag anhält, ist die einzig konkrete Antwort, in der bundesdeutschen Gesellschaft den Freundschaftsgedanken mit Russland immer mehr in eine populäre Strömung in der Öffentlichkeit werden zu lassen. Das soll unsere „Große Initiative“ sein, von der Lenin im gleichnamigen Werk 1919 sagte: „Weniger politisches Wortgeprassel und mehr Aufmerksamkeit für die einfachsten, aber lebendigen, dem Leben entnommenen, durch das Leben erprobten Tatsachen…“
Das ist ein guter Rat, der uns eine große Mitgliederzahl, wichtige Partner im Territorium und in Universitäten und anderen gesellschaftlichen Einrichtungen unseres Gastlandes eingebracht hat. Ich kann mich an keine Resolution, Absichts- oder Solidaritätsbekundungen erinnern, die eine ähnliche, wenn überhaupt eine Folgerung erreichte.
Heute vor einem Jahr am 26. April trafen wir uns zum ersten Verbandstreffen. Dieses Treffen war notwendig, da wir uns im Oktober 2024 einer wesentlichen Änderung der Ausrichtung unseres Vereins auf die Fahnen geschrieben hatten.
Im letzten Jahr beschäftigten wir uns, vornehmlich damit, die verschiedensten Initiativen und Aktivitäten zu unserem gemeinsamen Thema in Deutschland sichtbar zu machen. Es zeigte sich bereits damals, dass es derer viele gibt.
Inzwischen haben wir uns weiterentwickelt, es sind einige Arbeitsgruppen hinzugekommen. Neue Kooperationen sind entstanden, die Projekte sind weiter entwickelt worden, und wir verzeichnen inzwischen 22 Regionalgruppen verteilt auf ganz Deutschland.
Unser Verein hat in zwischen 425 eigene und etwa weitere 150 Mitglieder, die durch die Kooperationsvereinbarungen entstanden sind. Es ist schön, diese Entwicklung festzustellen, aber die Gemeinschaft ist größer geworden.
In unserer Satzung heißt es, der Verein führt die humanistischen und völkerverbindenden Traditionen, deutsch, russischer und deutsch sowjetischer Freundschaft weiter.
Viele von uns beziehen diese Formulierung im Wesentlichen auf die Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg und natürlich dann auf die Verbindungen zur russischen Föderation nach 1992.
Dr. Christian Hufen brachte uns am 18.9.2025 die Gesellschaft der Freunde des neuen Russlands, welche 1923 gegründet und bis 1933 in Deutschland geduldet wurde, durch einen Vortrag wieder in Erinnerung. An anderen Stellen machten wir bereits darauf aufmerksam. „Die Gesellschaft verfolge das Ziel „weite Kreise Deutschlands über Russland nach allen Richtungen hin zu informieren, damit auf einer klaren Grundlage eine gemeinsame Kulturarbeit zwischen Deutschland und Russland herbeigeführt werden könne.“ Damit dürften wir auf einer Linie stehen.
Mitglieder dieser Gesellschaft waren Albert Einstein, Thomas und Heinrich Mann, Alfred Döblin, Franz Werfel, Johannes Becher, Anna Seegers, Samuel Fischer, Ernst, Rowold, Helene Stöcker, Graf AKO, Otto Dix, Max Pechstein, Otto NAGEL, Walter Gropius, Hans Poelzig Erich Mendelssohn, Mies van der Rohe und nicht zu letzt Käthe Kollwitz. Die Liste ist nicht abschließend, würde den Rahmen aber sprengen. Diese Personen sind allgemein bekannt, weniger jedoch im Zusammenhang der Völkerverständigung mit der Sowjetunion.
